Kalender

Sonnabend, 10 Juni 2006

Studiengebühren

Ich halte Studiengebühren für den falschen Weg, unser Bildungssystem zu finanzieren. Solche Gebühren werden es für Studieninteressierte aus einkommensschwachen Familien deutlich erschweren, ein Studium aufzunehmen.

Vor allem aber stört mich der Wandel in der Sicht auf die Bildung an sich. Der Student soll zum Kunde der Universität werden, die Bildung eine Ware, deren Güte sich im Preis messen lassen soll. Außerdem erwecken Gebühren den Anschein, als käme die Bildung nur dem Studenten selbst zugute, weshalb er dafür auch zahlen soll. Tatsächlich ist Bildung aber ein Grundrecht, und es ist die Aufgabe des Staates, allen Menschen eine kostenlose Erstausbildung zu ermöglichen. Ein Studium ist ebenfalls eine solche Erstausbildung.

Um die Hochschulen in Zukunft zu finanzieren, sollen die mehr leisten, die tatsächlich von der guten Ausbildung in Deutschland profitieren:

  • Besserverdienende wie z. B. viele Akademiker, die durch ihre gute Ausbildung in der Lage sind, mehr Geld zu verdienen (zu denen ich vielleicht auch einmal gehöre, wer weiss...)
  • Unternehmen, die aufgrund des hohen Bildungsniveaus in Deutschland eine hohe Qualität und Produktivität erzielen

Das würde bedeuten:

  • Erhöhung des Spitzensteuersatzes
  • Eine Unternehmenssteuerreform, die endlich für mehr (Verteilungs-)Gerechtigkeit sorgt

chrschn 10. Juni 2006, 10:07 Uhr

Zuletzt geändert am 12 Juni 2006 15:59 Uhr von chrschn